Monthly Archives: July 2011

Modelle 2.0 (Teil 1)

Modelle 2.0 (Teil 1)

Es gibt im Bezug auf Fotografie ein Thema, mit dem ich gerade in letzter Zeit immer mal wieder in Berührung komme, und das mich immer wieder aufs Neue ins Grübeln bringt.

Ich mache ja bekanntermaßen Fotos. Und zwar tu ich das sehr gerne. Auch von Menschen. Angezogen, nackt, draußen, drin… mir egal.

Dies bringt natürlich mit sich, dass dazu Modelle vorhanden sein müssen.

“Früher”, in meinen jungen, wilden Jahren, als ich noch studierte, mein Leben noch einfach (oder zumindest: einfacher) und mein Kopf noch angefüllt mit naiven Vorstellungen (wie zum Beispiel jener, dass Botany Bay sicherlich irgendwann entdeckt werden würde) war, da stellte dies kein großes Problem dar. Ich kannte genug Menschen, die mich auch kannten, und die u.U. sogar die gleichen Interessen hatten; also traf man sich, stand sich teilweise sogar gegenseitig Modell und hatte eine gute und entspannte Zeit und erfreute sich danach zusammen an dem Material, das dabei herauskam.

Damals

Das alles änderte sich, als ich eines Tages gezwungen war, nach Bonn zu ziehen und mich kopfüber in die sogenannte corporate world zu stürzen und fortan etwas zu führen, was der Bezeichnung “geregeltes Leben” eine ganze Ecke näher kam, als das, was ich in Karlsruhe und Heidelberg bis dahin gehabt hatte.

Nun ja, ich bin eigentlich ein Mensch, der kreativ ist und sehr schnell neue Kontakte knüpft, aber man muss eben auch den Tatsachen ins Auge sehen: Continue reading

for a change

for a change

Dieser nette ältere Herr stellte eine äußerst angenehme Abwechslung zu vielen anderen Menschen dar, die in der Vergangenheit bemerkten, dass ich im öffentlichen Raum fotografiere.

Denn während bei anderen diese Entdeckung zu Anpöbeleien meiner Person, zu Einforderung einer Erklärung was ich hier fotografiere und warum, zu Forderungen nach Herausgabe des “Films” (!) und überhaupt ganz allgemein zu einer grenzenlosen, jedem CDU-Innenpolitiker feuchte Träume bescherenden Paranoia führt, war dieser Mann ganz entspannt.

Ja, das ging sogar soweit, dass er sich vor meiner Linse in Szene setzte und richtig glücklich darüber war, für mich Modell stehen zu können.

Da bleibt mir nur, an dieser Stelle unbekannterweise nochmals herzlichen Dank zu sagen!