Monthly Archives: February 2012

Bombe!

Bombe!

Nachdem dieses Blog in letzter Zeit im Bezug auf die Besucherzahl einen Negativrekord nach dem anderen aufstellt, habe ich mich nun endlich dazu entschlossen, etwas zu tun, was das Interesse wieder erhöhen wird.

Und zwar scheint es so zu sein, dass unsere Geheimdienste wie eh und je total scharf darauf sind, uns zu überwachen. Warum nicht auch gleich noch ein bisschen schöne Kunst dabei anschauen?

Also. Bombe. Obama. Erschiessen. Terror. Bombe bauen. Linkes Bombenlegerpack, elendigliches. Obama erschiessen. Revolution. Heiliger Krieg. Bombe, Bombe und nochmals Bombe. Terrornetzwerk, Bombe, Terroranschlag, Terrorzelle, Terror was-weiss-ich-was. Terror eben. Nagelbombe. Schraubenbombe. Bretterbombe. Jihad! Gütersloh! Mekka! Sprockhövel! Bombe selbst bauen. Obama selbst bauen. Wir bauen uns einen Gauck. Und Bomben, Bomben, Bomben, nicht zu vergessen. Obama? Bombe. Merkel? Bombe! Vor allem Merkel! Springerpresse, auf die Fresse. Merkel verhauen. Und Bombe.. sagte ich schon Bombe? Und Terror? Nicht? Also, Bombe!

Willkommen, liebe Leute vom Verfassungsschutz.

Ich hoffe, ihr fühlt euch wohl hier und die Bilder gefallen euch. Und wenn ihr durch seid, hier eine ganz persönliche Bitte von mir: Könntet ihr euch bei Gelegenheit auch mal um den einen oder anderen Nazi-Terroristen kümmern? Also, mit “kümmern” meine ich nicht: Finanziell unterstützen und Spuren verwischen und im richtigen Moment wegschauen… sondern eher sowas wie: Dingfest machen und wegsperren! Ja, ich weiss, das wäre was total Neues für euch… aber ich fände es trotzdem wirklich großartig. Vielen Dank im Voraus und bis bald!

PS: Bombe!!!

 

 

Nadja

Nadja

1.

Der Geruch von Eintopf, Bier, frisch gebackenem Brot und heißem Kerzenwachs lag in der Luft. Es war 7 Uhr abends, und allmählich füllte sich die Kneipe mit Gästen aus dem ganzen Dorf. Hier war der ideale Platz, um nach einem langen Tag in der Gesellschaft von Freunden ein wenig zur Ruhe zu kommen, über dies und das zu reden und es sich einfach gut gehen zu lassen – insbesondere, da es draußen merklich kälter geworden war und der Winter vor der Tür stand.

Kristian lächelte in sich hinein und bestellte einen weiteren Krug Bier. Er saß zusammen mit seinem guten Freund Georg an einem der hinteren Tische, und gerade war das Gespräch irgendwie auf Nadja gekommen. Kristian konnte nicht anders als lächeln, wenn er an sie dachte.

“Du bist noch immer sehr verliebt in sie, oder?” fragte Georg, was unnötig war.

“Oh ja”, antwortete Kristian und schaute verträumt in das flackernde Kerzenlicht, “und wie!”

Georg lächelte auch. Aber es war ein eher nachdenkliches Lächeln. Innerlich kämpfte er mit sich, ob er Kristian sagen sollte, was er die ganze Zeit schon auf dem Herzen hatte, oder ob er es besser weiterhin genießen sollte, dass sein Freund so glücklich war. Er entschied sich für letzteres und orderte selbst auch noch einen Krug Bier, aus dem er dann immer wieder einen Schluck nahm, während er zuhörte, wie Kristian aus dem Schwärmen nicht mehr herauskam.

“…und gestern sind wir ausgeritten. Erst über den Fluss und dann über die Berge im Süden, dort, wo ich vorher noch nie war. Dort gibt es einen See und eine kleine Hütte… sie zeigt mir so viel Neues… was ist denn?”

“Ihr beide seid wirklich zu beneiden”, sagte Georg schließlich, nachdem er noch einen Schluck Bier genommen hatte, “und ich freue mich ehrlich für Dich.”

“…aber irgendetwas macht Dir Sorgen”, ergänzte Kristian.

“Ja”, gab Georg zu, “aber ich will Dir jetzt keine Angst machen oder so…”

Kristian blickte seinen Freund irritiert an.

“Sags mir einfach, du weißt, dass Du mir alles sagen darfst…”

“In Ordnung… du weißt, dass Du nicht Nadjas erster Mann bist”, sage Georg.

Kristian lächelte wieder. “Ja, das weiß ich. Darüber habe ich mir auch schon den Kopf zerbrochen… ob alles, was wir erleben, wirklich so besonders ist, oder ob es mit ihren vorherigen Männern auch so war und bei uns auch irgendwann zu Ende ist…”

Georg schüttelte verneinend den Kopf, aber Kristian bemerkte es nicht und redete einfach weiter.
“…ob ich mir vielleicht alles nur einbilde und es für sie gar nicht so besonders ist, ob ich ihr überhaupt gerecht werde… aber auf der anderen Seite, sie ist auch nicht meine erste Frau…”

“Nein, darum geht’s mir gar nicht”, unterbrach Georg schließlich.

“Worum denn dann?” wollte Kristian wissen.

“Eigentlich eher darum, dass all ihre vorherigen Männer verschwunden sind.”

“Woher weißt denn Du das?”

“Ach, das hört man halt so…”

Mit einem säuerlichen Grinsen ließ Kristian seine Blicke in der Kneipe umherwandern. “So, so. Was man nicht alles so hört…”

“Es ist nicht so, dass das ganze Dorf darüber redet…”, beschwichtigte Georg, der Kristians Gedanken erraten hatte, “ich habe nur von der Tochter des Schmiedes davon gehört, die mit Nadjas Schwester befreundet ist…”

“Schlimm genug”, erwiderte Kristian und nahm einen großen Schluck Bier aus seinem Krug.

Eine Weile saßen die beiden da und sprachen kein Wort.

“Ach Kristian, ich wollte Dir nicht Deine gute Laune verderben, es ist nur so, dass ich Angst um Dich habe…” sagte Georg schließlich.

“Und Du denkst tatsächlich, Nadja hat etwas damit zu tun, dass sie verschwunden sind?” fragte Kristian.

Zögerlich zuckte Georg mit den Schultern. “Ich weiß es nicht, es könnte sein…”

Kristian atmete tief durch. “Georg, Du weißt ganz genau, dass Menschen eben einfach verschwinden.

Du könntest morgen verschwinden. Oder der Wirt. Oder Nadja. Oder eben auch ich. Das passiert einfach, und niemand kann etwas dafür…” Continue reading

Dann eben nicht

Dann eben nicht

Hurra, gestern ist mal wieder weniger als 24h vor dem vereinbarten Shooting das Modell (natürlich mir persönlich nicht bekannt, und natürlich aus der Model-Kartei) spontan ausgestiegen.

Das ist dann tatsächlich Nr. 4 in einer Reihe.

Also ganz ehrlich, das hängt mir allmählich zum Hals raus.

Ich glaube, ich bin einfach viel zu altmodisch für dieses komische moderne Onlinegedöns… früher hab ich einfach Leute fotografiert und sie haben sich darüber gefreut und bedanken sich mitunter heute noch dafür.

Heutzutage hingegen macht man online fürchterlich kompliziert was aus, was dann nicht eingehalten wird, und pflügt sich auf dem Weg dort hin durch Tonnen trivialster Schrottphotographie und die Portfolios von Armeen junger Damen, die denken, nur weil FashionBeautyFotoART-HansiXYZ-5D ein paar grottige Bilder von ihnen gemacht hat, seien sie ein ganz großes Modell…

(Modell oben: Xīngxíng, mit der ich solche Probleme noch nie hatte; die ich aber auch schliesslich nicht aus der MK kenne…)

Also, wer Bilder von mir gemacht haben möchte: stephan@massenbelichtungswaffen.de 

Alle anderen, und insbesondere an die MK-Mausis: Selbst schuld.

winter in hamburg (8)

winter in hamburg (8)

Die Seeräuber-Jenny

Meine Herren, heute sehen Sie mich Gläser abwaschen
Und ich mache das Bett für jeden.
Und Sie geben mir einen Penny und ich bedanke mich schnell
Und Sie sehen meine Lumpen und dies lumpige Hotel
Und Sie wissen nicht, mit wem Sie reden.
Und Sie wissen nicht, mit wem Sie reden.
Aber eines Abends wird ein Geschrei sein am Hafen
Und man fragt: Was ist das für ein Geschrei?
Und man wird mich lächeln sehn bei meinen Gläsern
Und man sagt: Was lächelt die dabei?

Und ein Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird liegen am Kai.


Man sagt: Geh, wisch deine Gläser, mein Kind
Und man reicht mir den Penny hin.
Und der Penny wird genommen, und das Bett wird gemacht!
(Es wird keiner mehr drin schlafen in dieser Nacht.)
Und sie wissen immer noch nicht, wer ich bin.
Und sie wissen immer noch nicht, wer ich bin.
Aber eines Abends wird ein Getös sein am Hafen
Und man fragt: Was ist das für ein Getös?
Und man wird mich stehen sehen hinterm Fenster
Und man sagt: Was lächelt die so bös?

Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird beschiessen die Stadt.


Meine Herren, da wird ihr Lachen aufhören
Denn die Mauern werden fallen hin
Und die Stadt wird gemacht dem Erdboden gleich.
Nur ein lumpiges Hotel wird verschont von dem Streich
Und man fragt: Wer wohnt Besonderer darin?
Und man fragt: Wer wohnt Besonderer darin?
Und in dieser Nacht wird ein Geschrei um das Hotel sein
Und man fragt: Warum wird das Hotel verschont?
Und man wird mich sehen treten aus der Tür am Morgen
Und man sagt: Die hat darin gewohnt?

Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird beflaggen den Mast.


Und es werden kommen hundert gen Mittag an Land
Und werden in den Schatten treten
Und fangen einen jeglichen aus jeglicher Tür
Und legen ihn in Ketten und bringen vor mir
Und fragen: Welchen sollen wir töten?
Und an diesem Mittag wird es still sein am Hafen
Wenn man fragt, wer wohl sterben muss.
Und dann werden Sie mich sagen hören: Alle!
Und wenn dann der Kopf fällt, sag ich: Hoppla!

Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird entschwinden mit mir.

winter in hamburg (6)

winter in hamburg (6)

Skandalös!

Weiterhin keine punte Landschaften, putzige Fogis und naggische Frauen auf massenbelichtungswaffen.de.
Die Besucherzahlen sinken ins Bodenlose!

Und wisst ihr was? Wenn das so weiter geht, dann werden die nächsten fünfhundert Bilder ebenfalls schwarz-weisse Stadtimpressionen. Einfach nur, weil ich’s kann :)

(Therapievorschläge, sei-mal-nicht-so-komisch-Aufforderungen und Du-bist-kein-verkannter-Künstler-Feststellungen bitte per Kommentar-Funktion. Danke :))