Die Hater sind unter uns

Zunächst mal: Nein, dieses Blog wird nicht dicht gemacht*.

Momentan machen aber ziemlich viele Blogs dicht, insbesondere solche, die sich mit Fotografie beschäftigen. Und das ist sehr schade.

Gerade erst hab ich bei Facebook wieder eine Meldung gelesen, dass ein weiteres Blog die Pforten geschlossen hat. Und ich muss sagen, noch mehr betrübt als die Schließung des Blogs haben mich einige Reaktionen darauf…:

Ich muss in letzter Zeit immer wieder feststellen, das Internet kann ein ganz schön kalter und einsamer Platz sein.

Da teilen Leute ihre Erfahrungen, ihr Leben, ihre Bilder, ihre Musik und was weiß ich was alles, teilweise mit einem irrsinnigen Aufwand und ebenso großer Hingabe… und erstaunlich viele Zeitgenossen haben nix besseres zu tun als in diesen virtuellen Räumen die Fenster einzuschlagen, die Wände mit Fäkalien zu beschmieren und dem Eigentümer – wenn er dann nicht mehr kann und/oder will –  noch mal ein fettes “Fick Dich” an den Kopf zu werfen. Allüberall lauert der Shitstorm und die Hater sind kaum zu stoppen.

Ich könnte jetzt aus dem Nähkästchen plaudern was ich alles zu hören gekriegt habe, als Botany Bay mit “Piracy” zur Abwechslung (und glücklicherweise nur für kurze Zeit) plötzlich hundert mal mehr Publikum hatte als die sonst üblichen 200 treuen Fans. Werd ich aber nicht, denn das haben die Verantwortlichen nicht verdient. Nur so viel: Sensiblere Menschen/Bands hätte das problemlos dazu gebracht, einfach gar nix mehr zu veröffentlichen und alles auf Null runterzufahren.

Und irgendwie wundere ich mich. Woher kommt das? Warum müssen die Leute so sein?

Fragen, auf die vermutlich niemand eine Antwort hat…

 


* Aber es wird ne Weile dauern, bis hier wieder regelmäßig was veröffentlicht wird. Die traurigen Gründe gibt’s drüben bei Botany Bay zu lesen.

later, that same day (3)

(dieses Bild falls möglich in groß anschauen. Dies tut man, indem man einen großen Monitor besitzt, das Browser-Fenster groß aufzieht und auf das Bild klickt)

Am Wochenende hatten Frau K. und ich Besuch von Samuel B. 

Mit all den großartigen Sachen, die dabei (wieder einmal! – das war nicht das erste Mal, das erste Mal war dieses hier) herausgekommen sind, war es nicht nur ein sehr cooles Wochenende, sondern für mich auch quasi eine Erinnerung an eine Zeit, in der – man verzeihe mir den Geheimplatz – alles noch einfacher war.

Und irgendwie macht mich das gleichzeitig froh und traurig.

Ich weiss auch nicht.

Vielleicht liegt es daran, dass ich älter werde, und dass ich so viele Freunde kommen und gehen gesehen habe. Und in letzter Zeit häufiger welche gehen als kommen sehe.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mir in letzter Zeit immer öfter Gedanken darüber mache, was dieser ganze Internet-Kram überhaupt soll, wenn der Großteil der Welt doch eh nur hauptsächlich daran interessiert ist wo das nächste Katzenbild ist und wie der neueste tolle Facebook-Fail aussieht.

Sich mit richtigen Menschen auseinandersetzen hat irgendwie auch was sehr reizvolles. Insbesondere wenn es Menschen sind, mit denen man was anfangen kann. Und die etwas mit einem selbst anfangen können. Und die es zu schätzen wissen, wenn man Fotos von ihnen macht.

An dieser Stelle nochmals Danke dafür… von einem ebenfalls gar nicht mehr so jungen Mann, der momentan ernsthaft darüber grübelt, ob er verdammt glücklich oder über alle Maßen unzufrieden sein soll.

 

Dann eben nicht

Hurra, gestern ist mal wieder weniger als 24h vor dem vereinbarten Shooting das Modell (natürlich mir persönlich nicht bekannt, und natürlich aus der Model-Kartei) spontan ausgestiegen.

Das ist dann tatsächlich Nr. 4 in einer Reihe.

Also ganz ehrlich, das hängt mir allmählich zum Hals raus.

Ich glaube, ich bin einfach viel zu altmodisch für dieses komische moderne Onlinegedöns… früher hab ich einfach Leute fotografiert und sie haben sich darüber gefreut und bedanken sich mitunter heute noch dafür.

Heutzutage hingegen macht man online fürchterlich kompliziert was aus, was dann nicht eingehalten wird, und pflügt sich auf dem Weg dort hin durch Tonnen trivialster Schrottphotographie und die Portfolios von Armeen junger Damen, die denken, nur weil FashionBeautyFotoART-HansiXYZ-5D ein paar grottige Bilder von ihnen gemacht hat, seien sie ein ganz großes Modell…

(Modell oben: Xīngxíng, mit der ich solche Probleme noch nie hatte; die ich aber auch schliesslich nicht aus der MK kenne…)

Also, wer Bilder von mir gemacht haben möchte: stephan@massenbelichtungswaffen.de 

Alle anderen, und insbesondere an die MK-Mausis: Selbst schuld.

pass some time

 

I walked in town on silver spurs that jingled to
A song that I had only sang to just a few
She saw my silver spurs and said let’s pass some time
And I will give to you summer wine
Ohh, summer wine