Mr. Gorbachev, tear down this wall!

Ich hatte ja mit dem Gedanken gespielt, hier die lange und unrühmliche Geschichte der “Rhöndorfer Mauer” zu erzählen, welche unsere beiden Weinberge voneinander trennt und Spaziergänge auf dem Weinberg immer wieder zu einem “wo ist die Tischkante, gegen die ich meinen Kopf rammen kann?“-Erlebnis macht.

Auf der anderen Seite ist die Geschichte, so hahnebüchend sie auch ist, relativ fix zusammengefasst: Es wurde sehr, sehr viel Geld zum Fenster hinausgeworfen, um ein Problem, das seit Ewigkeiten niemand gestört hat, vollständig bescheuert zu lösen… und weil man schon dabei war zeigte man den Einwohnern von Rhöndorf auch gleich noch schön den Mittelfinger.

Mal schauen, wenn’s hier genug Wortmeldungen gibt, dann erzähle ich vielleicht irgenwann mal die ganze Geschichte. Genug fotografische Dokumentation hat sich hier in den letzten vier Jahren durchaus angesammelt…

Massenbelichtungswaffen zu verkaufen!

Wer sich die letzten Einträge hier angeschaut hat, der wird sich vielleicht denken können, dass ich mein Eine-Kamera-Eine-Linse-Ein-Jahr-Projekt aufgegeben habe. Ich hab’s mir echt lange und schwer hin und her überlegt… tatsächlich war das Projekt sehr hilfreich für mich, denn es hat mir gezeigt, dass es mir das Wichtigste ist, mit einer Kamera zu fotografieren, mit der ich mich wohlfühle.

Die Sony A7 ist ganz ohne Zweifel eine prima Kamera mit der man erstklassige Bilder machen kann… aber meine persönlichen Bedürfnisse beim Fotografieren befriedigt sie eben leider nicht.

Aus diesem Grund steht im Hause K. einiges an fotografischem Equipment zum Verkauf. Da ich weiss, dass hier der eine oder andere Fotograf mitliest, dachte ich mir, ich biete die Dinge erstmal hier feil. Wer möchte, kann sich gerne melden und sagen was er haben möchte, und dann machen wir einen schönen und fairen Preis aus.

Update: Alles verkauft und/oder nicht verkauft und deshalb jetzt auf eBay.
 

Sollte niemand mitmachen wollen… nicht schlimm, dann gehen die Sachen am Osterwochenende auf eBay und bringen mir da grantiert mehr Geld als hier.

Und das hier gibt es:

Das gibt’s

 

  • eine Sony A7 Vollformat-Kamera mit 24 Megapixeln
  • ein LA-EA4 Adapter zum Anschluss alter A-Mount (sprich: Minolta AF) Objektive an ebendiese Kamera, mit voller Unterstützung von Blende und Autofokus. Das macht sehr viel Sinn, denn es gibt irrsinnig viele gtue Minolta-Objektive, die lange nicht so viel kosten wie vergleichbare Objektive von Canon oder Nikon. Weil sich immer noch nicht rumgesprochen hat, dass man die Dinger promlemlos auf aktuellen Sony-Kameras verwenden kann…
  • ein Sony/Carl Zeiss Sonnar T* FE 1,8/55 ZA Objektiv. Ohne Scheiß die allerbeste Normalbrennweite, die ich je benutzen durfte. Alle OCOLOY-Bilder auf deisem Blog wurden mit diesem Objektiv gemacht… und es ist ein wirkliches Traumding von Glas… es wird mir sehr weh tun, mich davon zu trennen. Sowie
  • ein Sony/Carl Zeiss Sonnar T* FE 2.8/35 ZA Objektiv. Was für das 55er gilt, gilt für dieses Objektiv ganz genau so – die Bildqualität ist über jeden Zweifel erhaben, und an der A7 ist das Teil eine sehr kompakte Angelegenheit für Street und Landschaftsfotografie
  • extra Akku + Ladegerät (bei der A7 nicht ganz unwichtig)

Das alles wurde natürlich benutzt, aber immer pfleglich behandelt. Die Kamera zeigt ein paar kleine Gebrauchsspuren, die Objektive nicht. Unnötig zu sagen dass Objektive, Kamera und Adapter einwandfrei funktionieren, und dass ich mich von den Dingen natürlich auch einzeln trenne.

We also Interesse hat – Mail an stephan@massenbelichtungswaffen.de genügt :)

 

NOCOLOY

Oder: Was interessiert mich mein Geschwätz von letztem Dezember?

Oder: Das Leben ist zu kurz für starre Konzepte

Oder: Schwarzer Sonntag

Oder: Vielen Dank und weiterhin gute Besserung an die wunderbare Corina Wong

(Polaroid 1000 auf Impossible PX 600)

OCOLOY #30

Ok, ich muss zugeben, gerade bin ich mit dem Projekt in einer Art Durststrecke angekommen.

Ich weiss nicht ob es hauptsächlich daran liegt, dass mich im Moment eh alles frustriert, oder daran, dass die Sony A7 einfach eine – zumindest für mich – ganz enorm frustrierende Kamera sein kann.

Um nur eines von vielen Beispielen zu geben: Ihre Vorliebe, in dunklen Situationen grundsätzlich mit Blende 4 und 1/60s zu belichten, komme was da wolle. 

Mit meiner langjährigen Erfahrung im IT-Sektor ist mir natürlich vollkommen klar, wie es dazu kommen konnte.

Im Lehrbuch steht: Die minimale Belichtungszeit bei der man ein Bild noch unverwackelt hinbekommt ist normalerweise der Kehrwert der Brennweite. Bei einem 55er-Objektiv ist dies 1/55, oder die nächste normalisierte Zahl in einer Standard-Brennweitenfolge, nämlich 1/60.

Im Lehrbuch steht weiterhin dass die wenigsten Linsen bei Offenblende wirklich gut abbilden, aber bei Blende 4 kann man nicht so viel falsch machen.

Nur ist 1/60 bei Blende 4 in der Praxis natürlich ganz genau das, was man nicht will, denn das reicht nur theoretisch und “gerade noch so”… die Chancen stehen sehr gut, dass man das Bild damit verwackelt. Und warum man bei dem zugegebenermaßen wirklich ganz grandiosen Carl Zeiss FE 55mm f1.8 unbedingt grundsätzlich auf Blende 4 gehen möchte, das erschließt sich auch nicht.

Es gibt mehr oder weniger drei Möglichkeiten, was hier schiefgegangen ist:

  1. Der Firmware-Programmierer hat die Belichtung streng nach Lehrbuch zusammengepflastert und weder nach links noch nach rechts gedacht. Fotografiert hat er auf jeden Fall in seinem ganzen Leben noch nie, ansonsten wäre er auf diese bescheuerte Idee nicht gekommen. Oder
  2. Der Firmware-Programmierer hätte gerne eine richtig tolle Belichtungsautomatik gebaut, aber sein Projektmanager hat ihm keinerlei Zeit und/oder Resourcen dafür zur Verfügung gestellt, weil er in seinem ganzen Leben noch nie fotografiert hat und deshalb die Notwendigkeit nicht gesehen hat. Oder
  3. Irgendjemand von ganz oben hat noch nie in seinem Leben fotografiert und hat deshalb irgendwann gesagt: Das Ding muss jetzt sofort fertig werden, mir egal wie schrottig es dann ist. Und irgendwo im Hause Sony sassen dann ein Firmware-Programmierer und/oder ein Projektmanager, vergruben heulend den Kopf in die Hände und dachten sich “…und es hätte so eine tolle Kamera werden können”.

Wir fassen also zusammen: Irgendjemand in der Kette von Programmierer bis Top-Manager hat noch nie in seinem Leben fotografiert.

Tja, und das darf einfach nicht passieren, wenn man eine Kamera entwickelt.

(und ja, mir ist klar, die A7R Mark II macht das alles besser und lässt die ISO-Automatik individuell konfigurieren. Aber das ist nicht mein Punkt; es ist ein Hohn, 2000 Euro für das Nachfolgemodell einer Kamera ausgeben zu müssen, nur weil bei der ersten Version irgendjemand vollständig unfähig und fehl am Platze war. So einen Seriendefekt, und nichts anderes ist es, kann und sollte man per kostenlosem Firmware-Update fixen)

Wie gesagt, vielleicht liegt es ja alles daran dass ich gerade eh frustriert bin und dringend mal wieder Musik machen sollte aber weder den Raum noch die Leute noch das Publikum dazu finde und einen irrsinns Schiss davor habe irgendwann mal wie mein Vater zu enden… aber tatsächlich bin ich gerade nicht sicher, ob ich dieses Projekt mit dieser Kamera durchhalte. Wollt ich nur mal gesagt haben.

Neues aus der Nazikneipe (oder: OCOLOY #20)

In letzter Zeit finde ich mich öfters in der Situation wieder, mich für meinen Ausstieg aus Facebook zu rechtfertigen.

Ich bin vor einiger Zeit raus, weil ich all den BesorgteBürger/Asylkritiker/Nazi/Vollpfosten-Hass nicht mehr länger ertragen konnte und wollte.

Wegschauen löst das Problem nicht“, ist ein Satz der dazu gerne fällt, und “es ist wichtig, diesen Leuten Widerstand zu bieten“.

Stimmt beides zu 100%. Und trotzdem ist es meiner Meinung nach auf Facebook nicht in dem Maße anwendbar wie auf die “richtige” Offline-Welt.

Tja, und da es in letzter Zeit wirklich gehäuft passiert, dass ich was dazu sagen muss, dachte ich mir, ich kann auch gleich was darüber bloggen. Continue reading “Neues aus der Nazikneipe (oder: OCOLOY #20)”

OCOLOY #17

Yayy, mich hat mal wieder die Erkältung erwischt. Zum dritten Mal in drei Monaten jetzt.

Ob es an meinem von all der Kacke aus dem letzten Jahr noch immer angeschlagenen Immunsystem liegt, oder daran, dass ich in einem Großraumbüro arbeite, in dem sich seit Monaten alle gegenseitig anstecken, oder daran, dass Frau K. in einem Großraumbüro arbeitet, in dem sich seit Monaten alle gegenseitig anstecken… egal, es nervt auf jeden Fall wie Hupe.

Will ich hiermit nur mal gesagt haben.

Fotolinktipp

Eines der zahlreichen seltsamen Phänomene im Internet ist es, dass sich viele Menschen ohne mit der Wimper zu  zucken als “Künstler” bezeichnen.

Gerade bei Fotografen ist es überaus beliebt, irgendwas mit Kunst in den Nom de Guerre zu packen, am besten auf Englisch und/oder in CamelCase, weil’s dann noch progressiver daherkommt. Und so tummeln sich auf den Fotografen- und Modellplattformen dieses Netzes allerlei Leute mit so wohlklingenden Namen wie “Digital Dreams ART” oder “BeautyPortrait-FotoKUNST” oder “Markus Hummer’s GothicArt” oder wie auch immer. Und wem das nicht peinlich genug ist, der erklärt auf seinem Blog anderen Leuten was Kunst ist und was nicht, oder er schreibt über sich im Impressum, dass er Kunst lebt und atmet.

Vielleicht bin ich einfach nur zu altmodisch, aber ich war immer sehr vorsichtig und zurückhaltend mit der masturbatorischen Anwendung des Kunstbegriffs, sowohl bei der Fotografie als auch bei der Musik. Ob ich ein Künstler bin, das sollen andere entscheiden; ich mache einfach was ich mache.

Dummerweise belohnt das Internet vorzugsweise diejenigen, die am lautesten schreien und sich am grellsten präsentieren… dazu braucht es keine Kunst. Und deshalb ist es auch oft so, dass wahre Kunst gnadenlos untergeht.

Ich möchte mich an dieser Stelle wirklich nicht zum Sachverständigen darüber aufspielen, was wahre Kunst ist. Aber wenn es irgendeinen meiner Kontakte gibt den ich in Bezug auf Fotografie als Künstler bezeichnen würde, dann ist es Klaus Baum.

Was er an Ausdruck, Tiefe und Emotion in seine Portraits packt, das ist schlicht und ergreifend einzigartig. Es ist mitnichten die millionenfach gesehene Art von Ausdruck und vermeintlicher Tiefe, die nur effekthaschend an der Oberfläche vorhanden ist und bei näherer Prüfung ganz schnell verpufft… sondern es ist die Art von Ausdruck und echter Tiefe, die erst wirkt, wenn man das Bild mal eine zeitlang betrachtet hat. Dann aber mal so richtig.

Klaus’ Bilder berühren einen, lassen einen nicht mehr los… und verführen dazu, in ihnen zu suchen… nach einem Echo, nach einer Geschichte, nach einer Konsonanz.

Im Vergleich zu Klaus bin ich ein elender Stümper und unwürdig, überhaupt nur diesen Artikel hier zu schreiben.

Trotzdem ist es so, dass er kaum mal Kommentare auf seinem Blog bekommt. Und drüben bei Facebook war es genau so… er konnte noch so geniale Dinge posten, mit ein paar traurigen ‘Likes’ und null Shares war immer ganz schnell das Ende der Fahnenstange erreicht (ich weiss nicht, ob es irgendwann besser wurde… ich bin ja nicht mehr auf Facebook).

Sein Fotoblog hat Klaus seit 2013 nicht mehr weitergeführt… ich weiss nichts über die Gründe, aber ich weiss dass es kriminell wenige Leute interessiert hat.

Ein Grund, dort jetzt sofort vorbei zu schauen.

P.S.: Ich bin Klaus Baum bisher nur einmal begegnet, das war vor Jahren in Kassel auf einer Wohnzimmer-Vernissage eines Künstlerpaares. Ich habe keine Ahnung ob er das gut findet was ich hier schreibe, und ob es ihn überhaupt stört, nicht das Publikum zu haben, was er haben sollte, oder ob er das überhaupt so sieht. Egal. Ich musste das jetzt einfach mal loswerden.

P.P.S.: OCOLOY geht wie geplant am 1. Februar los.

White Wedding

Die Erwähnung von Hochzeiten in einem Kommentar auf mein letztes Posting hat tatsächlich dazu geführt, dass ich noch ein paar bisher unveröffentlichte Bilder auf meiner Festplatte ausgegraben habe (daher: Danke, Bettina ;-)).

Es ist nämlich so, dass wir 2015 auf einer Hochzeit waren, und da haben wir auch Bilder gemacht. Allerdings weniger von der Hochzeit selbst, als vom Drumherum.

Ich bin wirklich nicht der Mensch für Hochzeiten, und die Hochzeit an sich war für mich und meine Begleiter aus diversen Gründen zeitweise eine eher unangenehme Angelegenheit (ich habe schon hier mehr darüber geschrieben, deshalb möchte ich meine Ausführungen über sich-schick-machen und jemand-darstellen-müssen-der-man-nicht-ist hier nicht nochmal zum Besten geben…)

Aber das Drumherum, die Fotos, die ich davor bei einer Exkursion um unsere Unterkunft herum gemacht habe, die erzählen für mich irgendwie eine eigene, durchaus interessante Geschichte… die ich jetzt auch gar nicht mit mehr Worten kommentieren möchte.

Hier sind die Bilder:

OCOLOY: Das Wie und das Was

Gestern habe ich also ganz offiziell mit meinem OCOLOY-Projekt angefangen. Grob gesagt bedeutet das: Eine Kamera, ein Objektiv, ein Jahr lang.

Und so funktioniert das Ganze genau (die Regeln sind fast 1:1 von Mike Johnston übernommen und wurden nur leicht erweitert, um dieses Blog mit einzubeziehen): Continue reading “OCOLOY: Das Wie und das Was”