Was ist aus der Musik geworden?

Sollten Sie über eine Google-Suche nach “Botany Bay” oder durch einen Besuch von schallundstille.de hierher gekommen sein, so liegt die Vermutung nahe, dass Sie auf der Suche nach meiner Musik (oder näheren Informationen darüber) sind.

Alle Veröffentlichungen von Botany Bay können Sie weiterhin hier anhören und/oder käuflich erwerben. In Anbetracht von 13 (in Worten: dreizehn) online verkauften Exemplaren unseres letzten – und besten – Albums muss ich aber leider feststellen, dass die so genannte Netzgemeinde meine Musik ganz offensichtlich nicht haben möchte.

Es hat keinen Sinn, einen solchen Aufwand weiterhin zu betreiben (nur damit Sie mal ein Gefühl für die Größenordnungen bekommen: Thanksgiver kostete mich knapp 25.000€), wenn er nicht gewollt wird.

Gewiss, es gab Zeiten, da setzten wir hunderte von Tonträgern ab, spielten vor rappelvollen Clubs und hatten Fans, die sich auf unserem Blog und sozialen Medien begeistert nach unseren Fortschritten erkundeten. Es war aber vollkommen hirnrissig von mir, zu erwarten, dass es im Herbst 2018 mit “Thanksgiver” auch nur entfernt ähnlich laufen würde.

Die Leute von damals haben längst neue Lebensabschnitte begonnen und Botany Bay vergessen, das Internet von heute ist ein vollkommen anderes als das vor 15 Jahren, und “Thanksgiver” ist viel zu schwierig, als dass man es mal schnell in irgendeine Timeline schmeißen könnte, auf dass es von massenhaft nach außergewöhnlicher Musik suchenden Individuen entdeckt, geliebt und geteilt werden würde. Hätten wir lustige Gameboy-Partymucke für Nerds gemacht (nichts gegen euch, Pornophonique; und garantiert auch nichts gegen Nerds, ich bin selbst einer!), dann hätte es vielleicht nochmal geklappt, aber garantiert nicht mit einer Produktion wie “Thanksgiver”.

Und hier ist das Problem. Nichts wirft mich mehr aus der Spur, als das absolut Maximale an Herzblut und Zeit und Geld in eine Produktion zu stecken, die dann niemanden interessiert. Sowohl in meinem eigenen Interesse als auch im Interesse der mir nahe stehenden Menschen und Mitlebewesen, muss ich hier eine Grenze ziehen und mich schützen.

Reprise: Es hat keinen Sinn, diesen Aufwand weiter zu betreiben, wenn er nicht gewollt wird.

Außerdem – auch wenn es weitestgehend unbemerkt geblieben ist, so habe ich mit “Thanksgiver” alles gegeben, was ich konnte. Mehr wäre nur schwer möglich.

Musik bleibt das Wichtigste in meinem Leben, sie bleibt meine Berufung, meine Welt und das Wertvollste, das ich habe – und genau deswegen gibt es sie (wenn ich irgendwann mal wieder welche machen sollte) nur noch für mich, mein direktes Umfeld und einige ausgewählte Menschen, die sie zu schätzen wissen.

Wer dazu gehören möchte, kann mir gerne eine eMail an stephan@ubisonic.de schreiben. Wenn sie nett ist, dann antworte ich gerne.

Vielen Dank für Ihr Interesse und Verständnis.

Stephan Kleinert, Föhr, Februar 2020