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everything’s done under the sun

everything's done under the sun

Mannheim, E-Werk, 2007
Dynax 5D, 28mm/f2.8 lens, stitched together from 15 source images

Details:


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Suggested listening: Pink Floyd – Sheep

The Lord is my shepherd, I shall not want
He makes me down to lie
Through pastures green He leadeth me the silent waters by.
With bright knives He releaseth my soul.
He maketh me to hang on hooks in high places.
He converteth me to lamb cutlets,
For lo, He hath great power, and great hunger.
When cometh the day we lowly ones,
Through quiet reflection, and great dedication
Master the art of karate,
Lo, we shall rise up,
And then we’ll make the bugger’s eyes water

Sunrise In Crack Alley (2)

Sunrise In Crack Alley (2)

San Francisco, 2008

Siehe auch Sunrise In Crack Alley (1)…

Der Umzug zu meinem neuen Webhoster hat wunderbar geklappt… an dieser Stelle ein ganz dickes Lob an das Team von speicherzentrum.de für den außerordentlich reibungslosen Ablauf der Angelegenheit :)

Bei der Gelegenheit habe ich dem Blog auch gleich noch ein neues Theme verpasst… das alte Theme sah zwar sehr schön aus, aber es gab leider auch gleich mehrere Probleme damit. Bilder im Hochformat wurden in der Übersicht nicht richtig skaliert, der Beschnitt wollte bei manchen Bildern überhaupt nicht richtig passen, und der MediaRSS-Feed war auch kaputt.

Das neue Theme ist zwar ein bißchen simpler gehalten und eher ein “klassisches” Photoblog-Theme, aber eigentlich mag ich simpel und die Konzentration auf das Wesentliche ;-) Außerdem wird MediaRSS jetzt vernünftig unterstüzt… das heißt, wer Cooliris installiert hat, der hat die Möglichkeit, massenbelichtungswaffen.de richtig cool in 3D durchzublättern. Unbedingt ausprobieren :)

Sunrise In Crack Alley (1)

Sunrise In Crack Alley (1)

An unserem zweiten Tag in San Francisco war ich noch immer ordentlich Jetlag-gerädert. Es war 5 Uhr morgens und an nochmal Einschlafen war nicht mehr zu denken. Also packte ich meine kleine Samsung Digiknipse und beschloss, ein bißchen die Nachbarschaft des Hotels zu erkunden, während über der Bucht allmählich die Sonne aufging.

Ich fing einige schöne streets ein, fand die ganze Szenerie zwar erstaunlich runtergekommen – insbesondere, wenn man die pennenden und in Plastikfolien und Zeitungen eingemummten Gestalten auf dem Gehweg in Betracht zog – aber dafür trotzdem recht malerisch… und kehrte nach zwei Stunden (die Sonne war inzwischen aufgegangen) wieder in unser Hotel zurück.

Mein Kollege, mit dem ich zusammen zur WWDC geflogen war, fragte mich, ob ich noch alle Tassen im Schrank hätte… und klärte mich dann darüber auf, dass ihm erzählt wurde , die Straße hinter unserem Hotel würde in Frisco den Spitznamen “Crack Alley” tragen, und dort auf eigene Faust und vor allem mutterseelenallein rumzuspazieren sei so ungefähr das Bescheuertste, was man überhaupt nur anstellen könne.

Tja… schon wieder was fürs Leben gelernt. Aber die Bilder sind trotzdem schön geworden. Ich werd’ sicher noch welche veröffentlichen… ;-)

the happiest days of our lives

the happiest days of our lives

(wer die längere Geschichte zu den Bildern nicht lesen möchte und/oder keine Lust auf einen Seelen-Striptease von mir hat, der möge bitte weiter nach unten scrollen, da kommen noch mehr Bilder)

Meine Jugend, und davon insbesondere vier bestimmte Schuljahre, sind nicht gerade das, wovon ich gerne erzähle oder an das ich mich gerne zurückerinnere. Kurz zusammengefasst lässt sich darüber sagen, es war – wenn man sie unter dem Gesichtspunkt von Freundschaften und Interaktion mit Gleichaltrigen betrachtet – eine saumässig beschissene Zeit und ich bin unendlich dankbar dafür, dass sie vorbei ist.

Meine damalige Schule war eine Katastrophe und meine Mitschüler waren… nun ja, schrecklich. Heute wird das, was ich damals über mich ergehen lassen musste mit dem Begriff “Mobbing” bezeichnet, und es gibt Anlaufstellen und Vertrauenslehrer und Initiativen die sich darum kümmern, und eine erhöhte Medienaufmerksamkeit.

Damals gab es nichts dergleichen, und ich verbrachte vier lange Jahre damit, darüber zu nachzugrübeln, ob ich eigentlich der einzig halbwegs Normale unter einer Armee von Halbstarken, Tyrannen und Schlägertypen war, oder ob die anderen alle völlig normal waren und an mir selbst irgendetwas falsch war.

So gesehen ist es verständlich, dass ich normalerweise keinen Gedanken an diese Zeit verschwende.

Doch inmitten dieser Zeit geschah eine Sache, an die ich mich letzthin zu erinnern gezwungen sah (und das ist natürlich auch der Grund, warum ich das alles hier schreibe). Es begab sich nämlich, als ich ca. 14 Jahre alt war, dass ich von meinem Vater eine alte Ricoh XR-2s inklusive zwei Objektiven geschenkt bekam, was meinen Einstieg in die Welt der Photographie darstellte… und irgendwo wurde die Photographie eines der Dinge, die mir halfen, mich von dem Wahnsinn um mich herum abzugrenzen. Zusammen mit der Musik.

Während die Anderen also Modern Talking und Sabrina hörten, da entdeckte ich The Cure und Depeche Mode und klimperte selbst auf dem Klavier meiner Großeltern rum. Und während die Anderen alle brav im Fußballverein waren, Tag für Tag auf den Bolzplatz zogen, auf dem Weg dorthin (und auf dem Nachhauseweg dann nochmal) ein paar Schwächere zusammenprügelten und dafür vergöttert wurden, da war ich mit meiner Kamera unterwegs und erforschte die Welt um mich herum.

 

Schnell hatte ich meine zwei bevorzugten Plätze zum Fotografieren gefunden… der erste waren die Bahnanlagen, die sich unweit vom Haus meiner Eltern befanden. Die Ruhe und Einsamkeit dort faszinierten mich ebenso wie die Anlagen selbst, die Züge, die Signale, all dieses Zeug das aus einer anderen Welt zu kommen schien.

Der andere Platz war das IWKA-Gelände… ein alter, leerstehender Industriekomplex mitten in Karlsruhe*, in den man ohne Probleme durch eine offenstehende Feuertür (und später, nachdem die zugemauert war, durch das Fenster) hineingelangen konnte. Wenn man Pech hatte, war da ein Typ mit einer Eisenstange unterwegs und jagte einen wieder hinaus, aber das kam selten vor.

Wenn ich mir heute diese Bilder wieder anschaue (und gerade habe ich mir ja einen Diascanner besorgt, um Frau K.’s tolles Weihnachtsgeschenk auch gebührend würdigen zu können), dann ist das ein verdammt eigenartiges Gefühl… über 20 Jahre sind seitdem vergangen, es ist wie ein dunkles, längst vergessenes Kapitel eines Buches, das erst später interessant und erinnerungswürdig wurde.

Und trotzdem bedeuten mir diese Bilder sehr viel, denn wenn ich sie anschaue, dann erinnere ich mich daran, wie es damals war… nicht an die Gestalten in der Schule oder an die nicht vorhandenen aber so sehnsüchtig herbeigewünschten Freundschaften… sondern daran, wie ich anfing, mich selbst zu finden.

Ich lebe!

 

*das IWKA-Gebäude existiert auch heute noch, es ist allerdings nicht wiederzuerkennen. Heutzutage beherrbergt es zwei berühmte Karlsruher Einrichtungen, nämlich das ZKM (Zentrum für Kunst- und Medientechnologie) und die staatliche Hochschule für Gestaltung.