300

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Ganz genau 300 Bilder habe ich heute gemacht, einfach so, den Tag über.

Wahnsinn. Das ist selbst für mich nicht ganz normal.

Vermutlich musste ich irgendwie den Rest der Woche ausgleichen, der stetig zwischen oberbeschissen und mittelgarnichtprächtig hin und her oszillierte. Oder besser gesagt – mein Bedürfnis, so schnell wie möglich wieder in einer Welt anzukommen in der die Menschen normal miteinander reden und wo schöne und herzerfüllende Dinge geschehen, war diesmal wirklich ausgesprochen hoch.

Also drückte ich vermutlich deshalb wie ein Blöder auf den Auslöser, auch bei den banalsten Dingen, wie zum Beispiel der Kapelle von Rhöndorf heute morgen beim Spaziergang zum Bäcker…

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…oder bei diesen sehr netten Kühen, die wir heute auf einer Erkundungstour auf dem Hühnerberg (der heisst wirklich so) entdeckten…

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…oder beim Steinbuch gleich nebenan:

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Zuhause wieder angekommen musste dann die Buba dran glauben und Modell für mich stehen und liegen und konnte gar nicht verstehen, warum ich heute mit dem schwarzen Kasten der “Klick” macht überhaupt nicht mehr aufhörte……:

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Letztenendes passierte es aber dann beim letzten Gassigang beim Abend, dass mir das (für mich gefühlte) Bild des Tages gelang, welches auch das Titelbild dieses Artikels ist.

Das Bild, bei dem ich mir endgültig dachte: Die Welt ist schön. Feiere das, und denk’ nicht an irgendwelchen Bullshit. In diesem Sinne: Prost :)

 

OCOLOY #30

OCOLOY #30

Ok, ich muss zugeben, gerade bin ich mit dem Projekt in einer Art Durststrecke angekommen.

Ich weiss nicht ob es hauptsächlich daran liegt, dass mich im Moment eh alles frustriert, oder daran, dass die Sony A7 einfach eine – zumindest für mich – ganz enorm frustrierende Kamera sein kann.

Um nur eines von vielen Beispielen zu geben: Ihre Vorliebe, in dunklen Situationen grundsätzlich mit Blende 4 und 1/60s zu belichten, komme was da wolle. 

Mit meiner langjährigen Erfahrung im IT-Sektor ist mir natürlich vollkommen klar, wie es dazu kommen konnte.

Im Lehrbuch steht: Die minimale Belichtungszeit bei der man ein Bild noch unverwackelt hinbekommt ist normalerweise der Kehrwert der Brennweite. Bei einem 55er-Objektiv ist dies 1/55, oder die nächste normalisierte Zahl in einer Standard-Brennweitenfolge, nämlich 1/60.

Im Lehrbuch steht weiterhin dass die wenigsten Linsen bei Offenblende wirklich gut abbilden, aber bei Blende 4 kann man nicht so viel falsch machen.

Nur ist 1/60 bei Blende 4 in der Praxis natürlich ganz genau das, was man nicht will, denn das reicht nur theoretisch und “gerade noch so”… die Chancen stehen sehr gut, dass man das Bild damit verwackelt. Und warum man bei dem zugegebenermaßen wirklich ganz grandiosen Carl Zeiss FE 55mm f1.8 unbedingt grundsätzlich auf Blende 4 gehen möchte, das erschließt sich auch nicht.

Es gibt mehr oder weniger drei Möglichkeiten, was hier schiefgegangen ist:

  1. Der Firmware-Programmierer hat die Belichtung streng nach Lehrbuch zusammengepflastert und weder nach links noch nach rechts gedacht. Fotografiert hat er auf jeden Fall in seinem ganzen Leben noch nie, ansonsten wäre er auf diese bescheuerte Idee nicht gekommen. Oder
  2. Der Firmware-Programmierer hätte gerne eine richtig tolle Belichtungsautomatik gebaut, aber sein Projektmanager hat ihm keinerlei Zeit und/oder Resourcen dafür zur Verfügung gestellt, weil er in seinem ganzen Leben noch nie fotografiert hat und deshalb die Notwendigkeit nicht gesehen hat. Oder
  3. Irgendjemand von ganz oben hat noch nie in seinem Leben fotografiert und hat deshalb irgendwann gesagt: Das Ding muss jetzt sofort fertig werden, mir egal wie schrottig es dann ist. Und irgendwo im Hause Sony sassen dann ein Firmware-Programmierer und/oder ein Projektmanager, vergruben heulend den Kopf in die Hände und dachten sich “…und es hätte so eine tolle Kamera werden können”.

Wir fassen also zusammen: Irgendjemand in der Kette von Programmierer bis Top-Manager hat noch nie in seinem Leben fotografiert.

Tja, und das darf einfach nicht passieren, wenn man eine Kamera entwickelt.

(und ja, mir ist klar, die A7R Mark II macht das alles besser und lässt die ISO-Automatik individuell konfigurieren. Aber das ist nicht mein Punkt; es ist ein Hohn, 2000 Euro für das Nachfolgemodell einer Kamera ausgeben zu müssen, nur weil bei der ersten Version irgendjemand vollständig unfähig und fehl am Platze war. So einen Seriendefekt, und nichts anderes ist es, kann und sollte man per kostenlosem Firmware-Update fixen)

Wie gesagt, vielleicht liegt es ja alles daran dass ich gerade eh frustriert bin und dringend mal wieder Musik machen sollte aber weder den Raum noch die Leute noch das Publikum dazu finde und einen irrsinns Schiss davor habe irgendwann mal wie mein Vater zu enden… aber tatsächlich bin ich gerade nicht sicher, ob ich dieses Projekt mit dieser Kamera durchhalte. Wollt ich nur mal gesagt haben.

Fotolinktipp

Fotolinktipp

Eines der zahlreichen seltsamen Phänomene im Internet ist es, dass sich viele Menschen ohne mit der Wimper zu  zucken als “Künstler” bezeichnen.

Gerade bei Fotografen ist es überaus beliebt, irgendwas mit Kunst in den Nom de Guerre zu packen, am besten auf Englisch und/oder in CamelCase, weil’s dann noch progressiver daherkommt. Und so tummeln sich auf den Fotografen- und Modellplattformen dieses Netzes allerlei Leute mit so wohlklingenden Namen wie “Digital Dreams ART” oder “BeautyPortrait-FotoKUNST” oder “Markus Hummer’s GothicArt” oder wie auch immer. Und wem das nicht peinlich genug ist, der erklärt auf seinem Blog anderen Leuten was Kunst ist und was nicht, oder er schreibt über sich im Impressum, dass er Kunst lebt und atmet.

Vielleicht bin ich einfach nur zu altmodisch, aber ich war immer sehr vorsichtig und zurückhaltend mit der masturbatorischen Anwendung des Kunstbegriffs, sowohl bei der Fotografie als auch bei der Musik. Ob ich ein Künstler bin, das sollen andere entscheiden; ich mache einfach was ich mache.

Dummerweise belohnt das Internet vorzugsweise diejenigen, die am lautesten schreien und sich am grellsten präsentieren… dazu braucht es keine Kunst. Und deshalb ist es auch oft so, dass wahre Kunst gnadenlos untergeht.

Ich möchte mich an dieser Stelle wirklich nicht zum Sachverständigen darüber aufspielen, was wahre Kunst ist. Aber wenn es irgendeinen meiner Kontakte gibt den ich in Bezug auf Fotografie als Künstler bezeichnen würde, dann ist es Klaus Baum.

Was er an Ausdruck, Tiefe und Emotion in seine Portraits packt, das ist schlicht und ergreifend einzigartig. Es ist mitnichten die millionenfach gesehene Art von Ausdruck und vermeintlicher Tiefe, die nur effekthaschend an der Oberfläche vorhanden ist und bei näherer Prüfung ganz schnell verpufft… sondern es ist die Art von Ausdruck und echter Tiefe, die erst wirkt, wenn man das Bild mal eine zeitlang betrachtet hat. Dann aber mal so richtig.

Klaus’ Bilder berühren einen, lassen einen nicht mehr los… und verführen dazu, in ihnen zu suchen… nach einem Echo, nach einer Geschichte, nach einer Konsonanz.

Im Vergleich zu Klaus bin ich ein elender Stümper und unwürdig, überhaupt nur diesen Artikel hier zu schreiben.

Trotzdem ist es so, dass er kaum mal Kommentare auf seinem Blog bekommt. Und drüben bei Facebook war es genau so… er konnte noch so geniale Dinge posten, mit ein paar traurigen ‘Likes’ und null Shares war immer ganz schnell das Ende der Fahnenstange erreicht (ich weiss nicht, ob es irgendwann besser wurde… ich bin ja nicht mehr auf Facebook).

Sein Fotoblog hat Klaus seit 2013 nicht mehr weitergeführt… ich weiss nichts über die Gründe, aber ich weiss dass es kriminell wenige Leute interessiert hat.

Ein Grund, dort jetzt sofort vorbei zu schauen.

P.S.: Ich bin Klaus Baum bisher nur einmal begegnet, das war vor Jahren in Kassel auf einer Wohnzimmer-Vernissage eines Künstlerpaares. Ich habe keine Ahnung ob er das gut findet was ich hier schreibe, und ob es ihn überhaupt stört, nicht das Publikum zu haben, was er haben sollte, oder ob er das überhaupt so sieht. Egal. Ich musste das jetzt einfach mal loswerden.

P.P.S.: OCOLOY geht wie geplant am 1. Februar los.

Guten Morgen…

Guten Morgen...

…frohes neues Jahr, und:

Massenbelichtungswaffen wird heute 6 Jahre alt.

Yayyy :-)

(wie’s mit meinem OCOLOY-Projekt weiter geht, bzw. wann ich hier loslege und mit welcher Kamera und mit welcher Linse… das erfährt der geneigte Leser demnächst ;-))

OCOLOY: Warum?

OCOLOY: Warum?

Sony ILCE-7 + FE 55mm f1.8 ZA

Die letzten drei Jahre waren alles andere als leicht für mich.

Ich habe Vater und Mutter verloren (letzteres ist gerade mal einen Monat her, und es lässt sich noch immer nicht in Worte fassen, wie sich das anfühlt, weswegen ich es hier auch gar nicht versuchen werde), ich habe durch eine Firmenpleite meinen absoluten Traumjob verloren, ich habe eine Band verloren die mir unendlich viel wert war, und ich habe einen kleinen schwarzen Hund verloren den ich über alles liebte…

Wenn mir das Leben so einen enormen Haufen Scheißdreck hinwirft, dann reagiere ich – unter anderem – leider oft damit, dass ich mich zum Trost wildem und ungehemmtem Konsum hingebe. Und so wuchs in den letzten drei Jahren meine Photographica-Ausstattung auf bis dahin ungeahnte Ausmasse an. Continue reading

A Day In The Life

A Day In The Life


tl;dr: Wir haben es gut zu dritt hier oben, Herrn K.’s erwähnenswerte MK-Bekanntschaften lassen sich nunmehr nur noch an einer einzigen Hand abzählen, und wir brauchen keine Shootings um glücklich zu sein.

Am Samstag wurde ich so gegen 8.00h wach.

Was daran liegt, dass das die Zeit ist, zu der ich inzwischen eh wach werde, wenn man mich ausschlafen lässt.

Dass ich dann tatsächlich aufstand und mal nach dem rechten schaute liegt daran, Continue reading

Lieber Papa,

Lieber Papa,

jetzt bist Du schon seit über einem Jahr nicht mehr da.

Am 2.12 wäre es ein Jahr gewesen, aber Du warst nie einer für das Feiern von Jubiläen, und genau so wenig bin ich es. Vor allem nicht dieses Jubiläum.

Überhaupt bin ich Dir ziemlich ähnlich, ähnlicher als ich es lange Zeit zugeben wollte.

Gerade passiert in meinem Leben wieder Einiges, was mir das ganz deutlich zeigt. Ehemalige Mitstreiter wenden sich ab und gehen neue, eigene Wege… und ich kann mich nur allzu deutlich erinnern, wie das bei Dir immer war, wenn so etwas passierte. Wie fürchterlich enttäuscht Du warst, wie bitter, und wie Du tage-, monate- und jahrelang vor Dich hingrummeln konntest, dass ihnen das irgendwann schon noch leid tun wird und dass sie irgendwann schon kapieren werden dass mit Dir zusammen zu arbeiten das Allergrößte war, und dass sie schon merken würden, dass einem so etwas vom Leben nicht zweimal geschenkt wird…

Sie haben es nie gemerkt.

Und Du wurdest unglücklicher und unglücklicher.

Ich merke deutlich, ganz entfernt und im Ansatz habe ich Tendenzen dazu, so ähnlich zu reagieren. Und dann denke ich an Dich, denke traurig daran, was es aus Dir gemacht hat, und wie es alles endete. Wie Dich Idealismus und Kompromisslosigkeit einsam machten… so einsam, wie ich es nie, nie, nie werden möchte.

Und deshalb werde ich die Freude am eigenen Leben und Wirken und Tun ganz weit über die schmerzhafte Einsicht stellen müssen, dass andere Menschen von mir überhaupt nicht geteilte Vorstellungen von der Welt haben oder eben selbst die heiße Herdplatte anfassen werden, ohne sich jemals dafür zu bedanken dass ich jahrelang vor heißen Herdplatten gewarnt habe. Das ist ganz natürlich, ja, aber für einen Kleinert hin und wieder echt schwer zu packen.

Du weisst es, Du konntest es bis zum Schluss nicht packen.

Doch war alles nur schlecht? Natürlich nicht. Und, kann ich darüber überhaupt urteilen? Nö, kann ich nicht. Ich lebe ein ganz anderes Leben als Du es gelebt hast; Deine Schuhe hätte ich mir niemals anziehen können, und auch wenn ich mir sehr viele Scheiben von Dir abgeschnitten habe, ab und zu hätten es gerne noch ein paar mehr sein können.

Weisst Du noch, wie mein Ex-Vermieter mich hat ausbluten lassen mit der alten Wohnung? Wie er drei Monatsgehälter von mir wollte, nur weil die Wohnung nach vier Jahren in exakt dem gleichen Zustand war, wie ich sie übernommen hatte? Du hättest das alles ganz anders gelöst. Du hättest gleich am Anfang Fotos von der Wohnung gemacht, hättest ihn mit deutlichen Worten damit konfrontiert und wenn er sich nicht benommen hätte, dann hättest Du ihm, wenn’s sein muss über Jahre hinweg, die Beine unter dem Arsch weggeklagt. Ich wurde erst stinksauer und drohte mit dem Anwalt, als er auch noch seine (selbstverständlich ebenfalls schon immer kaputte) Fensterbank von mir erneuert haben wollte. Da war es aber zu spät, und die andere Kohle war schon weg. Ich hätte mir gewünscht, da ein bisschen mehr von Dir gehabt zu haben.

Oder weisst Du noch, dieser Job, den ich mal hatte? Wo ich mir Tag für Tag den Arsch bis zum Anschlag aufgerissen habe ohne jemals ein Wort des Dankes oder der Anerkennung zu bekommen, nein, im Gegenteil? Wo ich zum Schluss nur noch krank und kaputt war? Du hättest das nicht mit Dir machen lassen, Du hättest schon bei den ersten Anzeichen von ungerechter Behandlung getobt und gezetert und infolgedessen wohl auch schon nach spätestens zwei Jahren gekündigt… aber nicht ich. Ich klemmte den Arsch zusammen und hielt weitere drei Jahre aus, bis ich mir selbst nicht mehr sicher war, ob ich überhaupt noch zu irgendwas gut war.

Du siehst, es ist nicht nur so dass Du mir jetzt fehlst. Du hast mir schon gefehlt, als Du noch gelebt hast.

Schade, dass ich das damals nicht gemerkt habe

Das Problem hätte man verdammt leicht und verdammt viel, viel öfter lösen können.